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Lexikon Teil 3


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Peilsucher
Peilsucher sind Zieleinrichtungen an Teleskopen, mit denen Gestirne angepeilt werden, um sie im Fernrohr zu beobachten. Im einfachsten Fall können das Kimme und Korn sein, wie wir es vom Gewehr kennen. Bei den meisten Peilsuchern ist aber ein Zielmarkierung auf eine reflektierender Fläche projiziert. Diese lässt sich bei Dunkelheit deutlich besser erkennen. Der wohl bekannteste Peilsucher ist der Telrad-Finder. Drei Zielkreise werden von unten an eine im 45°-Winkel ausgerichtete Glasscheibe projiziert. Die Kreise erscheinen im Durchmesser von 0,5°, 2° und 4° am Himmel. erleichtert. Die Kreise finden sich zur besseren Orientierung in bestimmten Himmelsatlanten wieder.
Mehr zum meinem Peilsuchern hier
Funktionsbeschreibung und Bauanteilung hier

 

Planetarium
Ein Planetarium zeigt den Sternenhimmel mit Hilfe von Projektoren an die Innenfläche einer Kuppel, in der die Besucher bequem vom Sitz aus die Bewegungen der Gestirne verfolgen können. Das Planetarium erlaubt, den Himmelsanblick so darzustellen, wie die Erscheinungen am Firmament mit bloßem Auge gesehen werden können. Weder Zeitpunkt noch Ort der Himmelsbeobachtung setzen dem Planetarium Grenzen. Astronomische Ereignisse, die nur zu einer bestimmten Zeit sichtbar sind, wie etwa Finsternisse oder besondere Planetenkonstellationen, können im Planetarium jederzeit den Besuchern gezeigt werden. Wochen, Monate, sogar Jahre dauert es, bis man die Bewegungen der Planeten am natürlichen Himmel erkennt. Im Planetarium können sie dank der Zeitraffung in Minuten ablaufen. Vorgänge und Erscheinungen am Firmament, die man nur von bestimmten Orten der Erde aus sieht z. B. die Mitternachtssonne, die Sterne des Südhimmels - können naturgetreu simuliert werden. Da die Vorführungen im geschlossenen Raum stattfinden, spielt das Wetter keine Rolle. Des Menschen Wissen über die Bewegungen der Gestirne und die Gesetzmäßigkeiten im Weltall zu vertiefen, ist Sinn und Zweck eines Planetariums.

  

Privatsternwarte
Privatsternwarten sind meist kleine Beobachtungsstationen unterschiedlicher Bauart, die von Privatpersonen betrieben werden. Sie unterscheiden sich damit von professionellen Forschungssternwarten oder Volkssternwarten, die von wissenschaftlichen Institutionen oder öffentlichen Trägern unterhalten und betrieben werden.
Dem Betreiber einer Privatsternwarte geht es im Wesentlichen darum, ein oder mehrere Teleskope wettergeschützt fest aufzustellen, um sie ständig beobachtungsbereit zu haben. Die Räumlichkeiten sind dabei höchst unterschiedlich und reichen von größeren Dachfenstern im Dachgeschoss über Schiebedächer im First eines Hauses bis zu separaten Kuppelbauten im Garten oder anderen Freiflächen. Sehr verbreitet sind einfache hölzerne Gartenhäuschen, bei denen das Dach abschiebbar ist.
Das Instrumentarium ist ebenso unterschiedlich. Es reicht von einzelnen kleinen Teleskopen auf leichten Montierungen, bis zu Spiegelteleskopen mit Spiegeldurchmessern von bis zu einem Meter, Computersteuerungen, Spezialgeräten zur Sonnenbeobachtung und umfangreichen Fotoausrüstungen.
Die selbst gestellten Aufgaben sind dabei sehr unterschiedlich. Sie reichen von einfachsten Himmelsbeobachtungen über die Öffentlichkeitsarbeit bis zu professionellen forschungsunterstützenden Arbeiten. So haben Besitzer von Privatsternwarten schon Planetoiden, Kometen und neue Sterne entdeckt.


Protuberanzen, Protuberanzenansatz
Die Protuberanzen sind heiße, gasförmige Wolken oberhalb der Photosphäre. (scheinhare Sonnenoberfläche). Sie sind nur bei einer Sonnenfinsternis, mit speziellen Filtern oder mit dem Protuberanzenansatz beobachtbar. Mit diesem Gerät wird über verschiedene Kegelblenden die Sonne im Teleskop abgeblendet und so eine künstliche Sonnenfinsternis erzeugt. Dadurch werden die Protuberanzen sichtbar.

 

pysikalische Daten
k bedeutet beleuchteter Teil, und gibt an wieviel Prozent der Planetenscheibe beleuchtet ist. Bei Halbmond ist k=0,5. Es sind 50% der Mondscheibe beleuchtet.
Lichtgrenze wird vorwiegend beim Mond verwendet. Die Lichtgr. ist der Längengrad, auf dem die Tag- und Nachtgrenze liegt.

  

Schaer-Refraktor
Der Schaer-Refraktor ist ein Linsenfernrohr aus der Gruppe der Faltrefraktoren. [mehr..]

 
Scheiner-Methode
Die Scheiner-Methode ist eine Verfahren, mit dem eine parallaktische Teleskopmontierung auf den Himmelspol ausgerichtet werden kann. Dabei lässt man zunächst einen äquatornahen Stern im Südmeridian an dem Faden eines Fadenkreuzokulars durch das Gesichtsfeld des Teleskops laufen. Anhand der Abweichungen wird die Südausrichtungen der Montierung korrigiert. Zur Einstellung der Polhöhe wird ein Stern über dem West- oder Osthorizont angepeilt, die Abweichung beobachtet und die Polhöhe entsprechend korrigiert. Das Verfahren wird solange wiederholt, bis der jeweilige Stern auf dem Faden bleibt.
Entwickelt wurde dir Methode von dem deutschen Astrophysiker Julius Scheiner (* 25. November 1858 in Köln, 20. Dezember 1913 in Berlin). [mehr...] 

Sonnenfilter
s. Filter

 

Sichtbedingungen, Szintillation, U, D,  Seeing
Die Szintillation verursacht das Funkeln der Sterne und hat die Ursache in atmosphärischen Turbulenzen. Besonders deutlich wird dieses Phänomen im Sommer über dem erhitzen Asphalt der Straße. Die Beobachtung wird dadurch erheblich beeinflußt.
Im Beobachtungsprotokoll werden die atmosphärischen Sichtverhältnisse mit den Faktoren U für Luftunruhe (Funkeln) und D für Durchsicht mit einer Skala von 1-5 bewertet. 1 bedeutet sehr gute Bedingungen, 5 schlechte, kaum brauchbare Bedingungen. Bei Vergleich einzelner Beobachtung sind diese Faktoren unbedingt zu berücksichtigen.

 

Sonnenflecken
Die Sonnenflecken sind dunkle Stellen auf der Sonnenoberfläche, die bereits mit einfachen optischen Hilfsmitteln beobachtet werden können. (Achtung, nur unter Verwendung starker Filtergläser, Augenschäden) Sie kommen einzeln und in Gruppen vor und haben unterschiedliche Helligkeitsstrukturen.


Spektiv
Das Spektiv ist ein kleines ausziehbares Handfernrohr. [mehr...]  

Sternzeit
Die Sternzeit ist der Winkel zwischen dem Frühlingspunkt (Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Sonnenbahn zum Frühlingsanfang) und dem Meridian (Längengrad genau im Süden).

 

Sucher
Ein kleines Fernrohr auf einem Teleskop in der Güte eines Feldstechers. Er besitzt häufig ein Fadenkreuz und ein großes Gesichtsfeld, um einen möglichst großen Himmelausschnitt überblicken zu können. Mit dem Sucher werden die Gestirne zunächst angepeilt, um sie mit dem Teleskop leichter zu finden.

  

Taukappe
Die Taukappe ist ein Rohr, mit dem das Beschlagen des Objektivs bei Tauniederschlag (hohe Luftfeuchtigkeit) verhindert und Streulicht ferngehalten wird.


Teilkreise
Ein parallaktische Montierung ist in den meisten Fällen mit Teilkreisen ausgestattet. An beiden Achsen ist eine Scheibe oder ein Ring, mit einer Teilung, die der Einteilung der Himmelskoordinaten entspricht. Der Deklinationteilkreis (Breitengrad) ist in 4 x 90° eingeteilt; 0° entspricht dem Himmelsäquator, +90° oder -90° dem Himmelsnordpol oder Südpol. Der Rektaszensionsteilkreis (Stundenkreis oder Längengrad) hat per Definition eine 24 Std. Teilung. Ist die parallaktische Montierung richtig aufgestellt, kann man durch Einstellen der Koordinaten auf den Teilkreisen die Gestirne finden.

 

Terminator
Der Terminator ist auf den Planeten die Tag- und Nachtgrenze. Er ist auf den Planeten Merkur, Venus, Mars und beim Mond zu beobachten.

  

UTC
UTC bedeutet koordinierte Weltzeit. In der Astronomie ist es üblich, die Zeitangaben in UTC zu machen. Dadurch werden die Beobachtungen auf der gesamten Erde unmittelbar vergleichbar. Die Differenz zur MESZ beträgt -2 Stunden, zur MEZ -1 Stunde. 12:00 MEZ ist also 11:00 UTC.

  

Vergrößerung
Die Vergrößerung eines Teleskops ist das Verhältnis aus der Objektiv- oder Spiegelbrennweite und der Brennweite des Okulars. Sie wird in der Regel durch das Wechseln des Okulars verändert.

Schaubild zur Vergrößeung

Vergütung
Komplexe Mehrfachbeschichtung (T-Beläge, Multicoating) auf Linsenoberflächen und Prismen zur Minderung der Reflexion. Die Beschichtung ist niedrig brechend, weist eine gute Härte und Haftfähigkeit auf und ist chemisch beständig.
Beispiel für die Wirkung der Vergütung:
unvergütete Optik aus 3 Linsen (6 Oberflächen), 5 % Reflexionsverlust  => Transmission 0,956 = 74 %
vergütete Optik aus 3 Linsen (6 Oberflächen), 1 % Reflexionsverlust  => Transmission 0,996 = 94 %

 

Vignettierung
Dieses Problem kann bei jedem Teleskop auftreten. Durch zu kleine Blenden im Teleskop oder dem Okular wird das Bildfeld beschnitten. Im Randbereich wird das Bild dadurch etwas dunkler und die Abbildung schlechter.

  

Zeitgleichung

Die Zeitgleichung ist der Unterschied zwischen der wahren und mittleren Sonnenzeit. Sie wird durch zwei Faktoren begründet:

  1. Die Exzentrizität der Erdbahn führt zu einer Amplitude von ca. 8 Min. Der Startpunkt ist das Perihel Anfang Januar. Die Periodenlänge ist ein Jahr.
    Die Erde bewegt sich auf der elliptischen Bahn um die Sonne mit ungleichmäßiger Geschwindigkeit. Im Winter ist sie "schneller", im Sommer "langsamer". Die Rotation ist aber immer gleichmäßig. Dadurch ist der "wahre Mittag" vor oder nach dem "mittleren Mittag". Die Sonnenuhr geht "vor" oder "nach".

  2. Die Schiefe der Ekliptik führt zu einer Amplitude von 10 Min. Der Startpunkt ist der Frühlingspunkt. Die Periodenlänge ist ein halbes Jahr.
    Zu den Tagundnachtgleichen kreuzt die Ekliptik den Äquator unter einem Winkel von 23,4° und die Bewegung der Sonne beträgt an einem Tag 0,905° entlang des Äquators. Sie ist langsamer! Zu den Sonnenwenden (Sommer- und Winteranfang) bewegt sich die Sonne parallel zum Äquator und legt dann 1,074° pro Tag am Himmel zurück. Sie ist schneller.

Die Überlagerung dieser beiden Effekte führt am 12. Feb. zu einer Korrektur von -14 Minuten. Am 4. Nov. ist der andere Extremwert +17 Minuten. [mehr..]

 
 

Zenitprisma
Das Zenitprisma lenkt das Licht im Teleskop und 90° um. Es wird zwischen dem Okularauszug (s. o.) und dem Okular eingesetzt. Bei Linsenfernohren ist das sehr hilfreich, weil man sich bei zenitnahen Beobachtungen nicht verrenken muss.

 


ZM,  Zentralmeridian
Der Zentralmeridian ist der Längengrad, der die Plantenscheibe quasi in den westlichen und östlichen Teil teilt. Dadurch wird die Orientierung auf der Karte möglich. Wenn der ZM beim Mars beispielsweise 135° beträgt, ist klar, dass nördlich des Äquators die Region um den größten Vulkan des Sonnensystem, dem Nix Olympica zu sehen ist.
Die Sonne und die Gasplaneten haben eine s. g. differenzielle Rotation, d. h. das einzelne Zonen in den Atmosphären unterschiedlich schnell rotieren. Daher gibt es für Jupiter unterscheidliche Zeiten für den Zentralmeridan.